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Sa, Mai 25, 2019

Empfangstechnik

Zum Empfang benötigt man ein Empfangsgerät, dass die im Kabel unterstützte Übertragungsnorm unterstützt. Früher war das PAL B/G, heutzutage ist das meist DVB-C. Das Empfangsgerät kann im Fernsehgerät eingebaut sein, ein Beistellgerät sein oder eine Einsteckkarte/USB-Stick für den PC sein. Das Empfangsgerät wird mit einem geeigneten Kabel mit der Antennendose verbunden (meist Koaxialkabel RG-59).

Der prinzipielle Aufbau sieht folgendermaßen aus:

  • Ein Koaxialkabel führt in die Wohnung.
  • Es trifft auf eine Verteilerdose, die stellt drei Signale zur Verfügung:
    • Klassische FM-Hörrundfunkempfänger: Downstream 85-111 MHz
    • Internet und damit verbundene Dienste: Upstream 5-85 MHz und Downstream 111-864 MHz
    • klassisches Kabelfernsehen: Downstream 111-864 MHz
  • Klassische Hörrundfunkempfänger werden an die erste Buchse angeschlossen (Antennenbuchse weiblich, hohler Innenleiter)
  • Internet und Telefon (VoIP) wird an die mittlere Buchse angeschlossen (F-Buchse)
  • Fernsehen an die dritte Buchse (Antennenbuchse männlich, massiver Innenleiter)

Diese Antennensteckdose wird gewöhnlich durch einen von dem Kabelfernsehnetzbetreiber beauftragten Techniker in der Wohnung installiert oder ist bereits in der Wohnung als ein immer fester Bestandteil des Mietobjektes vorhanden.

Kosten

Im Unterschied zum Antennen- und Satellitenfernsehen muss man für das Kabelfernsehen in der Regel Anschlussgebühren und für Spartenprogramme meist zusätzliche monatliche Abonnements-Gebühren bezahlen. Unabhängig davon ist die Rundfunkgebühr zu entrichten (Deutschland: ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (bis 2012: GEZ); Österreich: GIS; Schweiz: Billag).

Programmangebot

Neben dem analogen Fernsehsignal wird auch ein analoges UKW-Hörfunkangebot im Band II über das Kabel übertragen. In den bis mindestens 450 MHz ausgebauten Netzgebieten wird im sogenannten Hyperband (Sonderkanäle beginnend mit S21) auch ein digitales Angebot (siehe auch Angebot von DVB-C) in Form digitaler Senderpakete beziehungsweise Bouquets bereitgestellt. Das digitale Fernsehen ist dabei die alte analoge Übertragungsart abzulösen (siehe Analogabschaltung). Zum Empfang der in den digitalen Angeboten übertragenen Fernseh- und Hörfunkprogramme wird ein Digitalreceiver benötigt – oft eine Set-Top-Box, bei heutigen Fernsehgeräten ist der Empfänger meist bereits eingebaut (siehe IDTV) –, der die im DVB-C-Standard codierten Signale für die Wiedergabe umsetzt. Zum Empfang von Bezahlfernsehen wie Sky, den Privatsendern allgemein bei einigen Anbietern, den HDTV-Varianten vieler Sender, Kabel Digital Home oder KabelKiosk wird zusätzlich eine Dekoder-Karte benötigt.

Jedoch ist das DVB-T und DVB-T2 durch seine Technik und in Bezug auf die Anzahl der Sender in einigen Städten eine kostengünstige Alternative zum Kabelfernsehen geworden und viele Empfänger unterstützen aufgrund der technischen Ähnlichkeit ohnehin beide DVB-Standards. Daher sind die Kabelfernsehanbieter verstärkt dazu gezwungen, ihre Netze für den Kunden durch die Digitalisierung mit dem gleichzeitigen Ausbau ihres Angebotes attraktiver zu machen. Beim Kabelfernsehen werden die digitalen DVB-T-Signale zentral in der Kopfstation in analoge Fernsehsignale – meist in PAL – oder in DVB-C-Signale umgesetzt.

Technisch ist die Übertragung von DVB-T und DAB-Radio über ein Kabelfernsehnetz problemlos möglich. Jedoch wird diese Option in der Regel nur bei Gemeinschaftsantennenanlagen aus Kostengründen genutzt.

Bei Fernsehgeräten, die nur beim DVB-T-Empfang eine Versorgungsspannung von 5 V an der Antennendose für einen Antennenverstärker zur Verfügung stellen können, ist es mittels eines zusätzlichen automatischen Umschalters (Relais) möglich, wahlweise Kabelfernsehen oder DVB-T über eine zusätzlich vorhandene DVB-T-Antenne zu empfangen.

In Deutschland wurden häufig von großen Kabelfernsehanbietern UKW-Radio, ARD, ZDF und die lokalen Fernsehsender über analoges Kabelfernsehen als kleine Grundversorgung sehr preisgünstig auf Nachfrage angeboten. Hier wird mit Hilfe von (Sperr-)Filtern, die sich im Verteilsystem oder in der Kabeldose befinden, die Bandbreite des Kabelanschlusses technisch begrenzt und damit die zusätzlichen Angebote ausgesperrt.

Radioempfang

Das Kabelfernsehen kann auch Rundfunksender verbreiten.

Analoges UKW-Radioangebot

Im Frequenzbereich von 87,5 MHz bis 108 MHz (VHF-Band II, in einigen Ländern abweichend, siehe OIRT-Band) wird auch ein analoges UKW-Radioangebot im Kabel übertragen. Zum Empfang dieser Radiosender kann jeder handelsübliche UKW-Radioempfänger mit einem 75 Ohm-Antennenanschluss (gemäß IEC 60169-2) für externe UKW-Antenne genutzt werden. Es ist nur eine Verbindung des Antennenanschlusses am UKW-Empfänger mit der entsprechenden Anschlussbuchse an der Kabelanschlussdose mit einem Antennenkabel erforderlich. Die Anschlüsse des Antennenkabels sind die gleichen wie bei dem Fernseh-Antennenkabel. Durch die Umkehrung von Stecker und Kupplung bei den Anschlüssen ist die Verlegerichtung zum Fernsehkabel umgekehrt. Die gleichen Kabeltypen wie beim Fernsehempfang können auch für den Rundfunkempfang verwendet werden. Einige ältere UKW-Empfänger, die statt eines koaxialen Antennenanschlusses einen Anschluss für das symmetrische 240 Ohm-Bandkabel haben, benötigen zusätzlich noch ein sogenanntes Empfänger-Symmetrierglied oder eine Radioantennenweiche mit einem integrierten Symmetrierglied für den symmetrischen UKW-Antennenanschluss.

Digitales Radioangebot über DVB-C

Neben dem analogen Programmangebot über UKW ist auch die digitale Übertragung von Radioprogrammen über DVB-C in hoher Qualität möglich. Da die Übertragung mittels DVB-C auch verschlüsselt möglich ist, kann DVB-C für die Übertragung von zusätzlichen kostenpflichtigen Radioprogrammen (Pay-Radio) verwendet werden, was von Sky (eingeschränkt) genutzt wurde und von vielen Kabelnetzbetreibern genutzt wird. Die unverschlüsselte Einspeisung aller Radioprogramme der ARD über DVB-C erfolgte, obwohl mit geringem technischen Aufwand möglich, lange Zeit nur durch die wenigsten Kabelnetzbetreiber. Seit Sommer 2008 werden alle öffentlich-rechtlichen Radiosender digital und unverschlüsselt im digitalen Kabelnetz von Kabel Deutschland übertragen. Inzwischen sind digitale Radioprogramme bei allen größeren Netzbetreibern, wie Kabel Deutschland oder Unitymedia, verfügbar.

Digitalisierung des Kabelfernsehens

 
Logo des digitalen Kabelfernsehens DVB-C

Das Kabelfernsehen wurde in letzter Zeit schrittweise durch die Einführung von digitalen Zusatzdiensten (Internet, Telefonie usw.) und die Umstellung von der analogen auf die digitale Bildübertragungsverfahren digitalisiert. Dabei werden analoge und digitale Signale parallel über das Kabel übertragen. Irgendwann, wenn möglichst alle Kunden umgestiegen sind, wird das analoge Signal abgeschaltet. Über Satellit und Antenne wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie den meisten Ländern weltweit nur noch digital ausgestrahlt (siehe Analogabschaltung). Durch den Einsatz von digitalen Datenübertragungsverfahren wie DVB-C und DVB-C2 bzw. HD lässt sich die aus technischen Gründen begrenzte Bandbreite im Kabelfernsehen wirtschaftlicher nutzen, weil durch diese digitale Übertragungsverfahren die Bildqualität gesteigert werden kann oder mehr Sender im vorhandenen Frequenzspektrum gleichzeitig übertragen werden können. In der Regel sind die verschiedenen analogen und digitalen Angebote je nach Vertragsverhältnis und Anbieter verfügbar. Heute werden viele Programme von digitalen Übertragungswegen, als digitale Signalzuführung in den Kopfstationen des Kabelfernsehens noch in analoge Rundfunksignale für das Kabelnetz umgesetzt.


Der Empfang des digitalen Kabelfernsehens setzt einen DVB-C-Tuner für ein Fernsehgerät voraus. Heutige Fernsehgeräte haben digitale Tuner für DVB-C, DVB-S und DVB-T eingebaut, sowie sog. CI-Interfaces zum Einstecken von Karten zum Entschlüsseln von Bezahlsendern. Ältere Fernsehgeräte benötigen eine sog. Set-Top-Box (STB), auch als Digitalreceiver oder Kabelbox bekannt. Mit einem DVB-C-Tuner können meist auch digitale Radioprogramme, die meist ebenfalls mit DVB-C übertragen werden, empfangen werden.

Das in Deutschland bekannteste Gerät für das digitale Fernsehen war die d-box, die es auch für Kabelfernsehen gab. Da dieses Gerät nicht mehr weiterentwickelt wurde (Produktion wurde 2001 eingestellt), haben die regionalen Kabelfernsehbetreiber weiter entwickelte Set-Top-Boxen ihren Kunden (je nach Vertragsart auch subventioniert) angeboten. Diese Geräte müssen aber nicht für Sky geeignet sein. Jeder Verbraucher kann auch eigenständig einen für DVB-C geeigneten Digitalreceiver im Fachhandel erwerben und anschließen.

Analog wird in Deutschland kein HDTV-Signal verbreitet.[1] Ältere Fernsehgeräte sind zwar oft HDTV-fähig, verfügen aber oft nur über einen Analogempfänger. Erst mit einer für digitalen, für HDTV ausgelegten Set-Top-Box kann mit diesen alten Geräten ein HDTV-Empfang erfolgen.

Viele digitale Programme (Bezahlfernsehen) werden verschlüsselt im Kabelfernsehen übertragen und sind nur nach einer zusätzlichen Freischaltung durch sogenannte Smartcards mittels kostenpflichtiger Zusatzverträge empfangbar. Um verschlüsselte Programme freizuschalten, muss in den Kartenleser die passende Smartcard des Anbieters eingesteckt werden.

Sogenannte digitale Fernsehgeräte können die DVB-Signale heute direkt empfangen und benötigen keine separate Set-Top-Box mehr. Diese Fernsehgeräte sind heute Standard im Handel.

Eine Set-Top-Box kann gemeinsam mit einer Smartcard in der Regel nur ein Fernsehprogramm dekodieren, so dass beim Einsatz von digitalen Videorekordern häufig eine weitere Smartcard und eventuell CI-Interface für den Decoder erforderlich ist, um verschlüsselte Programme aufzunehmen.

Eine automatische Verbesserung der Bildqualität ist bei der Umstellung von analogem zu digitalem Kabelfernsehen nicht gegeben. Jedoch wird sie in der Regel von den Sendern und den Kabelnetzbetreibern angestrebt. Die Anzahl der digital verfügbaren DVB-C-Sender kann sich bei der Umstellung auf das Fünf- bis Zehnfache erhöhen.

Grundverschlüsselung

Bei einigen deutschen Kabelnetzbetreibern erfolgte die Aussendung der privaten Fernsehprogramme bis April bzw. Mai 2013 mit einer Grundverschlüsselung. Die Grundverschlüsselung wurde jedoch Anfang des Jahres 2013 vom Bundeskartellamt verboten und die RTL- und ProSiebenSAT.1-Gruppe mit einem Bußgeld in Höhe von 55 Millionen Euro wegen illegaler Absprachen belegt. Seit 2. Mai 2013 kann man jetzt bis zu 51 Programme über den einfachen digitalen Kabelanschluss von Kabel Deutschland empfangen. Darunter die Programme der RTL- und der ProSiebenSAT.1-Gruppe sowie sixx, Tele 5, ServusTV, Sport1, Eurosport und noch weitere Programme. Die Grundverschlüsselung wurde zunächst für die nächsten zehn Jahre aufgehoben. Früher benötigte man eine spezielle Smartcard des Kabelnetzbetreibers. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben diese Grundverschlüsselung untersagt. Kabel BW hat von Anfang an und seit 2. Januar 2013 auch Unitymedia sowie viele kleinere Kabelnetzbetreiber auf eine Grundverschlüsselung verzichtet.

Analogabschaltung

 

Beim Kabelfernsehen findet die Umstellung mit DVB-C statt. Die Digitalisierung beim Kabelfernsehen soll vorerst marktgetrieben stattfinden.

Seit Juli 2015 wird im Kabelnetz von Unitymedia nach und nach die analoge Verbreitung eingestellt: Am 1. und 6. Juni 2017 wurde das analoge Signal in Baden-Württemberg komplett abgeschaltet, am 13. Juni folgte Hessen sowie am 20. und 26. Juni Nordrhein-Westfalen

Der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (Anga) teilte mit, dass spätestens Ende 2018 die analoge Fernsehverbreitung in den deutschen Kabelnetzen eingestellt wird. Der Betrieb und die Kanalbelegung beim Kabelfernsehen wird in Deutschland durch die Landesmedienanstalt des jeweiligen Bundeslandes genehmigt.

Im Jahr 2016 empfingen etwa 82,1 Prozent aller Haushalte mit Kabelempfang das Fernsehsignal digital. Die Steigerung beträgt jährlich 7 Prozent (Austausch von alten Fernsehgeräten gegen neue). Fast alle neuen Fernsehgeräte verfügen heute über DVB-C-Tuner, um das digitale Signal im Kabel zu empfangen. So kommt es, dass etwa die Hälfte der Haushalte, die heute noch analoges Fernsehsignal über Kabel empfängt, tatsächlich schon ein Fernsehgerät mit digitalem Empfänger besitzt.

Insbesondere viele ältere Menschen und viele einkommensschwache Haushalte empfangen immer noch analoges Kabelfernsehen über ältere Geräte, durch veraltete Kanallisten in ihren Geräten oder durch veraltete Hausverteilanlagen. Für Haushalte mit rein analogen Fernsehgeräten könnte eine von den Kabelgesellschaften kostenlos bereitgestellte digitale Set-Top-Box einen Umstieg bewirken.

Der UKW-Rundfunk ist von der Analogabschaltung in den Kabelfernsehnetzen nicht betroffen.

Technische Erweiterungen (Triple Play)

 
4-Loch-Multimediadose (MMD)
 
Ein nachgerüsteter Kabelanschluss mit herkömmlicher Antennendose erfordert einen zusätzlichen Aufsteckadapter (auch POA genannt).
 
Rückkanalfähige Kabelanlage
 
Koaxialkabel für den Erdbereich. Beschädigung durch einen Bagger

Moderne Kabelnetze sind in der Regel bidirektionale Netze, mit deren Hilfe eine Rückkanalfähigkeit gegeben ist. Dadurch lassen sich auch Mehrwertdienste und interaktive Dienste nutzen, wie zum Beispiel Breitband-Internetzugang mittels Kabelmodem über das Fernsehkabel, sofern sie vom Kabelnetzbetreiber angeboten werden. Darüber hinaus ist das Telefonieren über das Kabelnetz in Ausbaugebieten möglich.

In vielen Fällen wurde die Rückkanalfähigkeit erst in den letzten Jahren nachgerüstet, nachdem das Kabelnetz ursprünglich als reines Verteilmedium für Radio- und Fernsehsignale konzipiert worden war. Für die Umstellung auf Rückkanalfähigkeit war es insbesondere erforderlich, die alten Verstärker in den oft am Straßenrand befindlichen Verteilerkästen auszutauschen. Die neuen Verstärker unterstützen zudem auch ein erweitertes Frequenzspektrum von bis zu 862 MHz, wodurch im Kabelnetz zusätzliche Kapazitäten entstehen.[7] Wird die Rückkanalfähigkeit nachgerüstet, werden oft nur diejenigen Wohnungen mit einer geeigneten Antennenanschlussdose (dritter Anschluss für den Breitband-Internetzugang) ausgestattet, die den Internetzugang von Anfang an nutzen. Für herkömmliche Dosen gibt es deshalb Aufsteckadapter. Sie enthalten einen Filter, der das Datensignal aus dem vorhandenen Signal extrahiert und es über einen dritten Anschluss zur Verfügung stellt.

Ein häufig verwendetes Protokoll für die Anbindung des Internet über das Fernsehkabel ist DOCSIS, das in der neueren Spezifikation 3.1 Datenraten bis zu 10 Gbit/s im Downstream und 1 Gbit/s im Upstream[8][9] und Datenverkehr in Echtzeit in Zukunft ermöglicht. Für private Endkunden stehen solche Datenraten noch nicht zur Verfügung. Üblich sind derzeit Geschwindigkeiten mit DOCSIS 3.0 bis maximal 400 Mbit/s. Der nächste Entwicklungsschritt findet mit diesen Datenraten statt und soll nach Angabe des Portals Teltarif die Verschmelzung von Fernsehen, Internet und Multimediadiensten in ausgewählten deutschen Großstädten ermöglichen.[10][11] Für die gleichzeitige Nutzung von Fernsehen/Radio, Internet und Telefon, das sogenannte Triple Play, genügen bereits Datenraten ab ca. 2000 kbit/s, allerdings kann IPTV mit fernsehbildähnlicher Auflösung höhere Datenraten erfordern.

Telefonieren

Die angebotenen Telefoniedienste sind ausschließlich Voice over Cable also VoIP-Anschlüsse (Internettelefonie). Die verwendeten Kabelmodems werden von den meisten Anbietern als Mietgeräte zur Verfügung gestellt und beinhalten einen integrierten IP-Adapter sowie für den SIP-Standard bei den Fritzboxen von AVM. Sie ermöglichen den Anschluss eines herkömmlichen Analogtelefons am Kabelmodem. Die Modemmodelle werden bereits fest vom Anbieter vorkonfiguriert. Telefonie über alternative VoIP-Anbieter erfordert in diesem Fall den Anschluss eines externen SIP-Adapters des Kunden oder die Nutzung alternativer Dienste wie Skype.

Gateways des Internetdienstanbieters verbinden den Telefonkunden über das Internet mit dem Festnetz der anderen Telefongesellschaften. Die Identifikation des Teilnehmers erfolgt über die MAC-Adresse des IP-Adapters. Bei internetbasierenden Telefoniediensten und Skype kann es generell durch Paketverluste zu Störungen kommen. Auch bei der Nutzung von analogen Datendiensten mittels Modem und Fax über diese Anschlüsse kann es je nach verwendetem Übertragungsprotokoll zu Störungen kommen. (Siehe dazu VoIP, Fax über IP (Fax over IP, FoIP)).

HD-Telefonie mit erweitertem Frequenzspektrum wird bisher von keinem namhaften Kabelnetzbetreiber angeboten, ist aber über die reguläre Internetnutzung mit alternativen Telefonieanbietern möglich. Beschränkt wird diese Möglichkeit nicht durch das Kabelfernsehen, sondern durch die Voraussetzung, dass die gesamte Übertragungskette zwischen den Teilnehmern durchgängig (G.722-kompatibel) ausgebaut sein muss.

Übertragung von Fernsehsignalen über Ethernet

Cable TV Fiber Optic (CATV FO) ist eine Glasfaserlösung für die Übertragung von digitalen Fernsehsignalen über Ethernet/LAN (Local Area Network). Dieses Verfahren zählt zu den internetbasierten (IP) Übertragungsverfahren, die unabhängig vom klassischen Kabelfernsehen existieren können. Mit diesem System können die Signale im Glasfasernetz ohne zusätzliche Verstärker über längere Strecken übertragen werden und so weitläufige Regionen digital erschlossen werden, um sie nach einer Umsetzung mit Kabelfernsehen und anderen Medien zu versorgen.

Einsatzgebiete sind Gebäudekomplexe und größere Unternehmensstandorte mit strukturierter Verkabelung; beispielsweise Firmen- und Gewerbeparks, Freizeitanlagen, Hotels, Logistikzentren, Raffinerien, Häfen, Bahnhöfe oder moderne Wohnanlagen. Mit einzelnen Produkten können Fernsehsignale über Distanzen bis 2000 Meter und an bis zu 64 Empfänger verteilt werden (FTTH). Die Multimedialösung ist in der strukturierten Gebäudeverkabelung (strukturierte Verkabelung) als Campus-, Gebäude- sowie Etagenverteiler einsetzbar und kann in bestehende Netzwerke integriert werden.

Diese Technik ist für alle digitalen Übertragungsverfahren, besonders jedoch für IPTV und Webradio geeignet. Zusätzlich lässt sie sich auch für DVB-C und nach einer Digitalisierung auch für analoge Radio- und Fernsehsignale einsetzen. Damit jedoch auch klassische Rundfunkempfänger, die ihre Signale mittels einer Antennendose erhalten und nur über DVB-C oder analog Kabelfernsehen empfangen werden können, versorgt werden können, sind in der Kopfstelle Umsetzer für die Signale von Cable TV Fiber Optic auf die konventionellen Systeme erforderlich. Aufgrund der möglichen hohen digitalen Übertragungsqualität kann diese Übertragungstechnik zur Zuführung von Signalen in die Kopfstelle des Kabelnetzanbieters verwendet werden.

Eine weitere neue Möglichkeit ist die Sat-over-IP-Technik zur Übertragung und Verteilung von DVB-S und auch von DVB-C-Fernsehsignalen als IP-Datenstrom. Auch mit Hilfe von Smart-TVs und HDMI-Sticks stehen heute weitere internetbasierende Empfangsmöglichkeiten zur Verfügung.

Weitere internetbasierende Dienste

Rundfunkprogramme und Multimediadienste können mit unterschiedlichen Protokollen über das Internet übertragen werden. Diese auf dem Internet basierenden Dienste sind technisch unabhängig vom gewählten Übertragungsmedium (Telefon-/ Fernsehkabel oder Mobilfunk). Während Webradio auf Grund seiner relativ geringen Datenrate heute kaum noch Probleme verursacht, sind hochauflösende unterbrechungsfreie Video-Streams (IPTV) in der Regel nur mit entsprechend leistungsfähigen Anschlüssen möglich. Die Durchleitung durch ein anbieterkontrolliertes geschütztes Netzwerk unterscheidet jedoch die IPTV-Dienste, die vor allem Kabel- und DSL-Anbieter vermarkten, vom frei verfügbaren Internetfernsehen.

 

HD-Fernsehen

Hochauflösendes Fernsehen, auch HDTV genannt, wird i.d.R. digital übertragen, da die zur Fernsehübertragung erforderliche Bandbreite bei HDTV wesentlich größer ist als beim konventionellen Fernsehen.

HD-fähige Fernsehgeräte mit nur einem analogen Anschluss benötigen einen HD-fähigen Digitalreceiver (Set-Top-Box), um HDTV zu empfangen.[12]

Die Übertragung von HDTV in Deutschland erfolgt heute digital mit DVB-C.

Die Übertragung des HDTV kann wahlweise auch verschlüsselt, beispielsweise für Pay-TV, erfolgen. Die Einspeisung aller HD-Programme der ARD und des ZDF erfolgt, obwohl mit geringem technischen Aufwand möglich, nur durch wenige Kabelnetzbetreiber. Der Grund dafür liegt darin, dass Kabelbetreiber eine Einspeisegebühr von den öffentlich-rechtlichen Anstalten verlangen. Auch der Empfang von privaten Fernsehsendern wird zur Zeit von den großen Kabelnetzbetreibern recht unterschiedlich ermöglicht. Hier geht es vor allem um die Grundverschlüsselung der HD-Programme. Auch der Empfang des reinen Pay-TV, wie Sky, ist ebenfalls abhängig von der Einspeisung des Kabelnetzbetreibers möglich. Es werden jedoch derzeit von Sky aus Kostengründen nicht alle HD-Sender in den Kabelfernsehnetzen eingespeist. Nur über die Astra Satellitenposition 19,2° Ost wird in DVB-S das komplette Paket angeboten.

Netzebenen und Abgrenzung des Kabelfernsehens von einer Gemeinschaftsantennenanlage

 

Das Kabelfernsehen kann prinzipiell mit einer Großgemeinschaftsantennenanlage (GGA, siehe Hausantenne) oder einer Gemeinschaftsantennenanlage (etwa einer Hausantenne auch mit einem zusätzlichen Einkabelsystem) sowie mit den Satellitendirektempfang mittels Multischalter kombiniert oder damit verwechselt werden.

Bei Bedarf können zusätzliche Signale in das lokale Kabelnetz des Hauses eingespeist werden. Es ist auch ein Satellitendirektempfang mittels eines SAT-Receivers in der eigenen Wohnung beim Kabelfernsehen prinzipiell möglich. So können auch zusätzliche lokale Radio- oder Fernsehsender, ebenso wie DVB-T-Signale oder Signale einer Satellitenrundfunk-Empfangsanlage in die Kabelanlage direkt eingespeist oder für das Kabelfernsehen umgesetzt werden.

Die Auskoppelung kann dann an der jeweiligen Antennenanschlussdose des Nutzers beispielsweise mittels eines zusätzlichen DVB-T oder SAT-Receivers erfolgen.

Um Verwechslungen mit Gemeinschaftsantennenanlagen zu vermeiden, wurden Netzebenen für das Kabelfernsehen definiert, um Abgrenzungen vornehmen zu können. Das Kabelnetz in Deutschland kann organisatorisch in mehrere Netzebenen aufgeteilt werden:

  • Netzebene 1: zwischen Studio und Fernsehschaltstelle
  • Netzebene 2: zwischen Fernsehschaltstelle und BK-Verstärkerstelle
  • Netzebene 3: zwischen BK-Verstärkerstelle und Hausübergabepunkt einschließlich BK-Verteilnetz
  • Netzebene 4: zwischen Hausübergabepunkt und Breitbandsteckdose, neu MMD Multi Media Dose (Hausverteilung)
  • Netzebene 5: Endgerätebereich

In anderen Ländern, wie zum Beispiel in der Schweiz, kann diese Aufteilung anders sein. In Deutschland ist man in der Regel Kunde eines Anbieters auf der Netzebene 4.

Während man bei einer Gemeinschaftsantennenanlage (GA) bei Hotels oder Wohnblöcken von bis zu einigen hundert Teilnehmern ausgeht, sind Großgemeinschaftsantennenanlagen (GGA) für mehrere hundert Teilnehmeranschlüsse und weiter auseinander liegende Objekte gedacht. Großgemeinschaftsantennenanlage war auch die übliche Bezeichnung bis in die 1970er/1980er Jahre, als wie bei einer Hausantenne das übliche analoge terrestrische Fernsehsignal durch Kleinbetriebe, Vereine oder Gemeinden verteilt wurde. Dies geschah teilweise um einfach einen örtlich schlechten Empfang auszugleichen, teilweise um mit etwas größerem technischen Aufwand auch Programme des nahen Auslands zu empfangen. Die Übergänge in der verwendeten Technik zwischen Großgemeinschaftsanlage und Kabelnetz sind dabei fließend. Die Bezeichnung GGA hat sich vor allem in der schon früh ins Kabelfernsehen eingestiegenen Schweiz in zahlreichen Organisationsbezeichnungen erhalten, vereinzelt auch in Österreich und Deutschland.

Frequenzbereich und Signalstärke

Unter der Bandbreite des Kabelfernsehens versteht man die Anzahl der gleichzeitig übertragbaren Kanäle und den dabei genutzten Frequenzbereich. Dieser nutzbare Frequenzbereich wird kontinuierlich von den Betreibern erweitert und ausgebaut. Durch eine Erhöhung des nutzbaren Frequenzbereiches des Kabelfernsehnetzes wurde auch die Einführung der sogenannten Sonderkanäle für das Kabelfernsehen möglich. Die nutzbare Bandbreite ist immer von den verwendeten Kabeln, Verstärkern, Verteilern, Anschlussdosen und Größe der Anlage abhängig.

JahrBandbreite
(MHz)
Nachbarkanal-
fähigkeit
TV-Kanäle
DVB-C-Kanäle
davon auf terri-
strischen Freq.
~1985 230 MHz nein 11 Kanäle 6 Kanäle
~1988 300 MHz nein 16 Kanäle 6 Kanäle
~1991 300 MHz ja 30 Kanäle 11 Kanäle
 ? 470 MHz ja 51 Kanäle 11 Kanäle
 ? 614 MHz ja 66 Kanäle 26 Kanäle
 ? 854 MHz ja 99 Kanäle 56 Kanäle

Da beim digitalen Kabelfernsehen mehr Fernsehsender als beim analogen Kabelfernsehen in dem gleichen Frequenzbereich übertragen werden können, werden neben der Erweiterung des nutzbaren Frequenzbereiches neue Fernsehkanäle vorzugsweise digital übertragen. Das Kabelfernsehen bietet Platz für mehr Kanäle als bei terrestrischer Ausstrahlung, aber viel weniger als über Satellit.

 Quelle WikiPedia